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💉🚴‍♂️⛰️ Medizin, Biohacking oder Doping?

  • Autorenbild: Alexander Eigner
    Alexander Eigner
  • vor 19 Stunden
  • 10 Min. Lesezeit

Über EPO, BPC-157, Abnehmspritzen, Schmerzmittel – und die Frage, warum sogar Hobbysportler für ein paar Plätze ihre Gesundheit riskieren

Lesedauer: ca. 8–9 Minuten


Es gibt Fragen, die im Ausdauersport erstaunlich schnell unangenehm werden.


Zum Beispiel diese:

Wann wird aus medizinischer Behandlung eigentlich Leistungssteigerung?


Ein Radfahrer bekommt wegen einer Verletzung ein Medikament verschrieben. Völlig legitim.

Eine Trailrunnerin nimmt vor einem Ultratrail eine Schmerztablette, weil das Knie seit drei Tagen zwickt.

Ein anderer Athlet spritzt sich ein Peptid, das angeblich die Sehnenheilung beschleunigt.

Und der nächste verwendet einen GLP-1-Rezeptoragonisten, verliert sechs Kilogramm und fährt bergauf plötzlich ein deutlich besseres Watt-pro-Kilogramm-Verhältnis.


Medizin?

Biohacking?

Oder Doping?


Die vermeintlich klare Grenze wird ziemlich schnell grau.


Natürlich gibt es die WADA-Verbotsliste. Für 2026 ist dort geregelt, welche Substanzen und Methoden jederzeit, nur im Wettkampf oder in bestimmten Sportarten verboten sind. Und für medizinisch tatsächlich notwendige Behandlungen gibt es mit der Therapeutic Use Exemption – TUE ein geregeltes Verfahren.


Rechtlich kann die Sache also durchaus eindeutig sein.


Ethisch, medizinisch und psychologisch ist sie es oft weit weniger.

Und vielleicht ist genau das der interessantere Teil dieser Geschichte.



🩺 Krankheit behandeln oder Leistung optimieren?


Beginnen wir mit etwas Wichtigem:

Ein kranker oder verletzter Sportler darf selbstverständlich medizinisch behandelt werden.


Anti-Doping-Regeln sollen Athleten nicht daran hindern, eine notwendige Therapie zu bekommen. Enthält diese Behandlung eine verbotene Substanz oder Methode, kann unter definierten Voraussetzungen eine medizinische Ausnahmegenehmigung notwendig sein. Genau dafür existiert das TUE-System.


Die NADA Austria empfiehlt außerdem ausdrücklich, Medikamente vor der Anwendung selbst zu überprüfen und bietet dafür eine Medikamentenabfrage beziehungsweise MedApp an. Das klingt banal, verhindert aber jene Fälle, in denen aus einer eigentlich normalen Behandlung plötzlich ein Anti-Doping-Problem wird.


Die spannendere Frage beginnt dort, wo jemand eigentlich nicht krank ist.


Was passiert, wenn Medizin nicht mehr dazu dient, Gesundheit wiederherzustellen, sondern einen gesunden Körper leistungsfähiger, leichter, regenerationsfähiger oder schmerzresistenter zu machen?


Dann wird aus Therapie irgendwann Enhancement.


Und genau dort taucht heute gern der Begriff Biohacking auf.


Ein Wort, das vieles moderner und harmloser klingen lässt, als es vielleicht ist. 😉



🧬 BPC-157: „Regeneration“ aus der Peptid-Welt


Kaum eine Substanz passt besser in diese Grauzonen-Diskussion als BPC-157.


In sozialen Medien, Anti-Aging-Kliniken und Teilen der Fitnessszene wird das synthetische Peptid unter anderem mit schnellerer Heilung von Sehnen, Bändern oder Muskeln beworben.


Gerade für Läufer klingt das natürlich beinahe zu schön:


Achillessehne beleidigt?

BPC-157.


Knieprobleme?

BPC-157.


Muskelverletzung?

Auch BPC-157.


Nur: Die wissenschaftliche Realität ist deutlich weniger beeindruckend als die Werbung.


Eine systematische Übersichtsarbeit aus 2025 fand unter 36 eingeschlossenen Arbeiten 35 präklinische Studien und lediglich eine klinische Arbeit. Die Tiermodelle liefern durchaus interessante Hinweise auf mögliche regenerative Effekte. Verlässliche Daten über Wirksamkeit, Dosierung und Sicherheit beim Menschen fehlen aber weitgehend. Eine weitere aktuelle Review kommt ebenfalls zum Schluss, dass die Human-Daten extrem limitiert sind.


Und für Wettkampfsportler ist die Situation ohnehin eindeutig:


BPC-157 ist nach der WADA-Systematik als nicht zugelassene Substanz unter S0 verboten.


Das ist also nicht die coole neue Regenerationsmethode zwischen Foam Rolling und Eisbaden.

Im WADA-regulierten Sport ist es Doping.



⚖️ Die Abnehmspritze: legal – und trotzdem eine interessante Frage


Deutlich komplizierter wird es bei Semaglutid oder Tirzepatid.


GLP-1-basierte Medikamente sind wichtige und wissenschaftlich gut untersuchte Therapien bei Adipositas beziehungsweise Stoffwechselerkrankungen. Für Menschen mit medizinischer Indikation können sie erhebliche gesundheitliche Vorteile haben.


Aber man muss nicht besonders fantasievoll sein, um die Attraktivität im Ausdauersport zu erkennen.


Wenn ein Bergfahrer zehn Watt mehr produziert, ist das interessant.


Wenn er sechs Kilogramm weniger auf den Berg transportieren muss, eventuell ebenfalls.


Und genau deshalb beobachtet die WADA inzwischen die Entwicklung: Marker von Semaglutid und Tirzepatid stehen 2026 im Monitoring Program, sind derzeit aber nicht auf der Verbotsliste. Monitoring bedeutet ausdrücklich, dass WADA Verwendungsmuster beobachtet, um möglichen Missbrauch erkennen zu können.


Besonders spannend ist eine ganz aktuelle Befragung von 114 Sportmedizinern aus 38 Ländern und 93 Sportarten. Zwölf Prozent gaben an, von Athleten zu wissen, die GLP-1-Medikamente ohne medizinische Notwendigkeit verwendet hatten. Als mögliche Motive wurden vor allem Gewichtsmanagement und Gewichtsverlust nach Verletzungspausen genannt. 44 Prozent der befragten Ärzte waren für ein Verbot, 38 Prozent waren unsicher.


Das zeigt wunderbar, wie kompliziert diese Diskussion ist.


Denn:

Legal bedeutet nicht automatisch sinnvoll.


Und legal bedeutet schon gar nicht harmlos.


Gewichtsverlust ist nicht dasselbe wie bessere Leistungsfähigkeit. GLP-1-Therapien können neben Fettmasse auch fettfreie Masse reduzieren. Für Ausdauerathleten kommen mögliche Probleme mit reduziertem Appetit, ausreichender Energie- und Kohlenhydratzufuhr sowie gastrointestinalen Nebenwirkungen dazu. Die derzeit verfügbaren Daten stammen außerdem überwiegend aus Patienten mit Übergewicht oder Adipositas – nicht aus schlanken Bergfahrern oder Elite-Trailrunnerinnen.


Wer also glaubt:


„Weniger Gewicht = automatisch schneller“


könnte irgendwann feststellen, dass weniger Muskelmasse, weniger Fueling und schlechtere Trainingsqualität auch ziemlich zuverlässig Leistung kosten können.


Abbildung: "Medizin, Biohacking oder Doping?", eigene Darstellung (KI generiert)
Abbildung: "Medizin, Biohacking oder Doping?", eigene Darstellung (KI generiert)

Die Grafik zeigt bewusst keine simple moralische Schwarz-Weiß-Linie. Entscheidend sind medizinische Notwendigkeit, aktueller WADA-Status, gesundheitliche Risiken und die Absicht hinter der Anwendung.



💊 „Es ist doch nur ein Ibuprofen …“


Und dann gibt es noch jene Substanzen, über die kaum jemand als Doping spricht.


Eine Schmerztablette zum Beispiel.


Ibuprofen und viele andere klassische NSAIDs sind nicht grundsätzlich auf der WADA-Verbotsliste.


Damit sind sie aber noch lange keine gute Rennverpflegung.


Gerade im Ultratrail ist das Thema relevant. In einer randomisierten Studie während 80-km-Ultramarathons entwickelten 52 Prozent der Ibuprofen-Gruppe gegenüber 34 Prozent der Placebo-Gruppe Kriterien einer akuten Nierenschädigung. Die Autoren berechneten eine Number Needed to Harm von 5,5.


Das macht aus Ibuprofen kein Dopingmittel.


Es zeigt aber das eigentliche Problem dieser Diskussion:

Nicht alles, was erlaubt ist, ist gesundheitlich vernünftig.

Und nicht jede Schmerzunterdrückung ist sportlich harmlos.


Wenn Schmerz ein Warnsignal des Körpers ist und wir dieses Signal pharmakologisch abschalten, um trotzdem weiterzulaufen oder weiterzufahren, sollten wir zumindest darüber nachdenken, was wir da eigentlich tun.


Interessanterweise sieht man bei Schmerzmitteln auch, dass sich die Grenze verändern kann.


Tramadol war lange legal, wurde überwacht und ist seit 2024 im Wettkampf verboten. WADA verwies dabei sowohl auf Gesundheitsrisiken als auch auf Hinweise auf eine leistungssteigernde Wirkung.


Die Verbotsliste ist also kein in Stein gemeißeltes moralisches Gesetzbuch.

Sie entwickelt sich mit Forschung und beobachtetem Missbrauch weiter.



🚴‍♂️ Im Profisport verstehen wir das Motiv wenigstens


Beim Profi ist die Logik – nicht die Rechtfertigung – relativ leicht nachvollziehbar.


Ein Sieg kann einen neuen Vertrag bedeuten.

Ein WorldTour-Vertrag kann eine Existenz sichern.

Ein Podium bei einem großen Trail kann Sponsoren, Preisgeld und internationale Aufmerksamkeit bringen.


Und manchmal hat jemand mit 25 Jahren praktisch sein gesamtes bisheriges Leben auf eine sportliche Karriere ausgerichtet.


Kein Studium.

Keine Berufserfahrung.

Kein Plan B.


Das kann enormen psychologischen Druck erzeugen.


Kilian Jornet hat zuletzt selbst darauf hingewiesen, dass mit Professionalisierung, höheren Preisgeldern und Sponsoring auch die Dopingproblematik im Trailrunning ernster genommen werden müsse. Und der UTMB World Series hat seine Anti-Doping-Strukturen seit 2023 deutlich ausgebaut, inklusive verpflichtender Tests für Podiumsplatzierte, zusätzlicher Stichproben und stärkerer Bildungsarbeit. Sports Director Julien Chorier betont dabei ausdrücklich die Bedeutung von Prävention und Aufklärung – auch weil Medikamentenfehler und unnötige Gesundheitsrisiken vermieden werden sollen.


Ultracoach Jason Koop geht noch einen Schritt weiter: Für ihn tragen nicht nur Veranstalter Verantwortung, sondern auch Coaches und Sponsoren. Trainer seien nicht bloß Trainingsplan-Lieferanten, sondern hätten eine Rolle beim Aufbau einer Clean-Sport-Kultur.


Ich finde diesen Punkt enorm wichtig.


Denn Doping entsteht selten erst in dem Moment, in dem jemand eine Spritze setzt.


Es entsteht oft wesentlich früher.


In einem Umfeld.



🤔 Aber warum dopt ein 47-jähriger Hobbyfahrer?


Und jetzt kommen wir zum Teil, den ich persönlich viel interessanter finde.


Ein Profifahrer riskiert vielleicht seine Karriere, um seine Karriere zu retten.


Aber warum nimmt ein 47-jähriger Manager EPO, um beim nächsten Gran Fondo statt Platz 27 vielleicht Platz 8 zu werden?


Keine Millionengehälter.

Kein Eintrag in die Sportgeschichte.

Montagmorgen sitzt er trotzdem wieder im Büro.


Und trotzdem ist Amateurdoping keineswegs hypothetisch.


2025 beschrieb Cyclingnews mehrere Dopingfälle im europäischen Gran-Fondo- und Masters-Bereich, darunter positive Befunde auf EPO, Steroide und andere verbotene Substanzen. Anfang 2026 wurde außerdem ein Sieger einer Masters-Weltmeisterschaft nach einem positiven Test vorläufig suspendiert. Solche Fälle beweisen keine bestimmte Prävalenz – die tatsächliche Häufigkeit ist wissenschaftlich ausgesprochen schwer zu bestimmen –, zeigen aber, dass das Problem real ist.


Warum also?


Vielleicht weil wir den Begriff „Gewinn“ zu eng definieren.


Für einen Age-Grouper geht es nicht unbedingt um Geld.


Es kann um etwas wesentlich Persönlicheres gehen:


Identität.

Ich bin der starke Radfahrer in meiner Gruppe.

Ich bin der Typ, der immer aufs Podium fährt.

Ich bin schneller als meine Freunde.

Ich bin „der Athlet“.


Und plötzlich bedroht ein schlechteres Ergebnis nicht nur die Platzierung.


Es bedroht das Selbstbild.



🧠 Doping ist häufig kein Wissensproblem


Die klassische Anti-Doping-Idee lautete lange ungefähr so:

Wir erklären den Menschen, dass Doping verboten und gesundheitsschädlich ist.


Dann machen sie es nicht.


Leider funktionieren Menschen nicht ganz so einfach.


Psychologische Modelle wie die Theory of Planned Behavior zeigen, dass Verhalten nicht nur von Wissen abhängt. Entscheidend sind auch persönliche Einstellungen, soziale Normen und das Gefühl, ein Verhalten kontrollieren beziehungsweise ablehnen zu können.


Eine aktuelle Untersuchung im Freizeitsport fand beispielsweise, dass soziale Normen, wahrgenommener Nutzen, Risikobereitschaft und die eigene Fähigkeit, leistungssteigernden Substanzen zu widerstehen, eng mit der Absicht zur Verwendung zusammenhingen.


Dazu kommt das Konzept des moral disengagement.

Menschen sind erstaunlich gut darin, Verhalten mit den eigenen moralischen Überzeugungen kompatibel zu machen.


Dann entstehen Sätze wie:

„Das machen sowieso alle.“

„Ich nehme ja kein EPO.“

„Es ist nur für die Regeneration.“

„Ich bin ja kein Profi.“

„Es ist legal erhältlich.“

„Ich will nur mein biologisches Defizit ausgleichen.“


Die Grenze verschiebt sich nicht plötzlich.


Sie verschiebt sich Millimeter für Millimeter.



🏆 Wenn Leistung zur Identität wird


Hier liegt für mich ein wichtiger Unterschied zwischen gesundem Ehrgeiz und problematischer Leistungsorientierung.


Es ist völlig okay, einen Radmarathon gewinnen zu wollen.

Es ist völlig okay, beim UTMB möglichst weit vorne zu landen.

Und es ist auch völlig okay, mit 55 noch eine neue persönliche Bestleistung anzustreben.


Problematisch wird es dann, wenn der persönliche Wert davon abhängt.


Bin ich noch jemand, wenn ich nicht mehr schneller werde?


Diese Frage betrifft gerade Masters-Athleten häufiger, als man glaubt.


Der Körper verändert sich.

Regeneration wird langsamer.

Die absolute Leistung erreicht irgendwann ein Plateau oder nimmt sogar ab.


Und gleichzeitig sind Strava, Rankings, Wattwerte und Social Media rund um die Uhr verfügbar.


Der Vergleich endet nie.


Da kann aus:

„Ich möchte sehen, was noch möglich ist.“

langsam werden:

„Ich muss beweisen, dass ich noch immer mithalten kann.“


Und genau dort wird eine Abnehmspritze, ein Peptid oder irgendwann vielleicht doch etwas Verbotenes psychologisch wesentlich attraktiver.



🌱 Was können Coaches dagegen tun?


Interessanterweise gibt es dafür inzwischen ziemlich gute Hinweise.


Eine Studie mit 948 Athleten untersuchte das von Coaches geschaffene Motivationsklima. Ein empowerndes Umfeld war mit geringerer Dopingwahrscheinlichkeit, negativeren Einstellungen gegenüber Doping und einer höheren Überzeugung verbunden, Versuchungen widerstehen zu können. Ein kontrollierendes beziehungsweise entmachtendes Umfeld zeigte das umgekehrte Muster.


Das bedeutet für Coaching:


Nicht nur der Trainingsplan zählt.


Auch die Sprache zählt.


Wenn jede Einheit bewertet wird.

Wenn Leistung ständig mit persönlichem Wert gekoppelt wird.

Wenn der Coach nur dann begeistert ist, wenn die Zahlen steigen.

Wenn jede Schwäche sofort „optimiert“ werden muss.


Dann bauen wir vielleicht genau jene Kultur, über die wir uns später wundern.


🗣️ Alex | aecoaching

Ein Coach sollte einen Athleten leistungsfähiger machen – aber nicht davon abhängig machen, immer leistungsfähiger sein zu müssen.

Vielleicht klingt das ein bisserl philosophisch.


Ich glaube aber, dass genau dort echte Prävention beginnt.



🚦Was würde ich einem Athleten raten, der merkt, dass die Grenze verschwimmt?


Nicht mit Moralpredigten anfangen.


Sondern mit Fragen.

Was genau möchtest du erreichen?

Was würde es für dich bedeuten, dieses Ziel nicht zu erreichen?

Würdest du dieselbe Entscheidung treffen, wenn niemand deine Platzierung sehen würde?

Würdest du deinem 18-jährigen Sohn oder deiner Tochter dieselbe Substanz empfehlen?


Und eine Frage finde ich besonders spannend:

Wenn du weißt, dass dein Ergebnis pharmakologisch mitproduziert wurde – fühlt es sich dann tatsächlich noch wie Dein Ergebnis an?

Bei medizinischen Problemen ist die Lösung dagegen ziemlich unspektakulär:

Zum Arzt.

Diagnose.

Behandlung.

Aktuelle NADA-/WADA-Abfrage.

Falls notwendig TUE.

Keine Medikamente aus dubiosen Internetshops.

Keine Peptide, nur weil irgendein Podcast erzählt, dass Profis sie angeblich verwenden.

Und vor allem keine Vorstellung davon, dass jede körperliche Grenze ein Fehler ist, den man pharmakologisch beheben müsste.



❤️ Mein Fazit: Die interessanteste Grenze steht auf keiner Verbotsliste


EPO ist verboten.

Anabolika sind verboten.

BPC-157 ist verboten.

Semaglutid und Tirzepatid sind aktuell nicht verboten, werden aber überwacht.

Ibuprofen ist erlaubt – kann bei einem Ultramarathon trotzdem eine ausgesprochen schlechte Idee sein.


Damit könnte man den Artikel beenden.


Aber die eigentlich interessante Grenze liegt für mich woanders.


Sie liegt zwischen:

„Ich kümmere mich um meinen Körper“

und

„Mein Körper muss funktionieren, egal um welchen Preis.“


Zwischen:

„Ich behandle eine Erkrankung“

und

„Ich medikalisiere normale Grenzen.“


Zwischen:

„Ich möchte besser werden“

und

„Ich muss besser sein, um mich gut genug zu fühlen.“


Gerade im Hobbysport finde ich diese Diskussion deshalb fast noch wichtiger als im Profisport.


Wir trainieren freiwillig.

Wir fahren freiwillig über fünf Alpenpässe.

Wir laufen freiwillig hundert Kilometer durch die Berge.


Eigentlich machen wir das alles, weil es unser Leben bereichern soll.


Wenn wir irgendwann bereit sind, Gesundheit, Fairness oder die eigene Integrität für Platz 14 statt Platz 31 zu riskieren, sollten wir uns vielleicht nicht zuerst fragen, welche Substanz noch legal ist.


Sondern:

Was genau versuchen wir da eigentlich zu gewinnen?


Und vielleicht ist das eine Frage, die ein guter Coach genauso stellen sollte wie jene nach FTP, VO₂max oder Trainingsstunden.


Alex | aecoaching



📚 Wissenschaftliche Quellen und weiterführende Literatur


World Anti-Doping Agency (WADA). 2026 List of Prohibited Substances and Methods. In Kraft seit 1. Jänner 2026.


World Anti-Doping Agency. 2026 Monitoring Program. Semaglutid- und Tirzepatid-Marker werden In- und Out-of-Competition überwacht.


NADA Austria. Verbotsliste und Medikamentenabfrage 2026. Aktuelle Informationen zur Zulässigkeit von Medikamenten im österreichischen Sport.


McGuire FP, Martinez R, Lenz A, et al. Regeneration or Risk? A Narrative Review of BPC-157 for Musculoskeletal Healing. Current Reviews in Musculoskeletal Medicine. 2025;18:611–619. DOI: 10.1007/s12178-025-09990-7.


Emerging Use of BPC-157 in Orthopaedic Sports Medicine: A Systematic Review. 2025. Die Review identifizierte fast ausschließlich präklinische Evidenz und keine belastbaren klinischen Sicherheitsdaten.


Read D, Smith ACT, Mountjoy M, et al. A Cross-Sectional Survey of Sport Physicians' Perceptions of Glucagon-Like Peptide-1 Drug Use in Sport. Sports Medicine. 2026. DOI: 10.1007/s40279-026-02514-4.


Šantić R, Martinović L, Pavlović N, et al. Lean Mass and Musculoskeletal Preservation in GLP-1-Based Obesity Treatment: Nutrition, Exercise, Supplementation, and Monitoring Strategies. Metabolites. 2026;16:364. DOI: 10.3390/metabo16060364.


Kim H, Chae JH, Moon HY. The impact of glucagon-like peptide-1 receptor agonists on objective physical activity in adults: a systematic review and exploratory meta-analysis. International Journal of Obesity. 2026. DOI: 10.1038/s41366-026-02141-z.


Lipman GS, Shea K, Christensen M, et al. Ibuprofen versus placebo effect on acute kidney injury in ultramarathons: a randomised controlled trial. Emergency Medicine Journal. 2017;34:637–642. DOI: 10.1136/emermed-2016-206353.


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Hoppen B, Sukys S. Perceived Coach-Created Empowering and Disempowering Climate Effects on Athletes' Intentions to Use Doping. Sports. 2024;12:100. DOI: 10.3390/sports12040100.


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Praxisperspektiven

Jason Koop, CTS Head Ultrarunning Coach: Rolle von Coaches, Veranstaltern und Sponsoren beim Aufbau einer Clean-Sport-Kultur im Ultratrail.


Julien Chorier, Sports Director UTMB World Series: Anti-Doping als Kombination aus Kontrolle, Prävention, Aufklärung und Athlet.


Kilian Jornet: öffentliche Auseinandersetzung mit dem zunehmenden Anti-Doping-Thema im professionalisierten Trailrunning.

 
 
 

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