top of page

🚀 Zwischen Training, Beruf & Familie: Der unsichtbare Hochleistungssport der Age-Group-Athlet:innen

  • Autorenbild: Alexander Eigner
    Alexander Eigner
  • 15. Dez. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Es ist 5:17 Uhr.

Der Wecker klingelt.

Draußen schlafen noch alle.

Drinnen kämpft jemand mit einer Frage, die Millionen Age-Group-Athlet:innen kennen:


„Wie zur Hölle soll ich heute 90 Minuten trainieren, acht Stunden arbeiten, zwei Kinder bespaßen, meine Beziehung pflegen – und mich trotzdem noch erholen?“


Age-Group-Sportler:innen im Radsport, Laufen, Trailrunning und Triathlon leben in einem Dreieck aus Leistungswillen, Verantwortlichkeiten und Erholungsbedarf.

Sie sind keine Vollprofis – aber sie leben oft wie welche.

Und genau dieses Spannungsfeld macht sie zu einer der faszinierendsten Gruppen im gesamten Ausdauersport.


Als Coach sehe ich jeden Tag:

👉 Die körperlichen Herausforderungen sind groß.

👉 Die mentalen Herausforderungen sind größer.

👉 Die systemischen Herausforderungen (Job, Familie, soziale Kontakte) sind am größten.


Der folgende Artikel zeigt, was die Wissenschaft dazu sagt, wie Age-Grouper diesen Spagat schaffen, und wie Coaching – besonders hypnosystemisches Coaching – dabei hilft, wieder Luft zum Atmen zu bekommen.


Abbildung 1: Spagat eines Age-Group-Athleten, Die wöchentliche Zeitverteilung zwischen Training, Beruf, Familie, Erholung & sozialem Leben (schematische Darstellung eines Beispiels), eigene Darstellung.
Abbildung 1: Spagat eines Age-Group-Athleten, Die wöchentliche Zeitverteilung zwischen Training, Beruf, Familie, Erholung & sozialem Leben (schematische Darstellung eines Beispiels), eigene Darstellung.


1️⃣ Was die Wissenschaft über Überlastung & Stress im Amateur-Ausdauerbereich weiß


🧠 1. Stress + Training = Verstärker – im Guten wie im Schlechten


Die bekannte Studie von Klaperski et al. zeigt:

➡️ Regelmäßiges Ausdauertraining reduziert Stressreaktivität, senkt Cortisolspitzen und verbessert HRV.

Aber: Nur, wenn Belastung und Erholung funktionieren.

Wird Training zu einem weiteren Stressor („Ich muss trainieren!“), dann kehrt sich dieser Effekt um.



🔥 2. Age-Grouper haben systemisch höhere Stresslevels als Profis

Das klingt paradox, aber Forschung & Coachingpraxis sind eindeutig:

  • Profis trainieren mehr,

  • Age-Grouper trainieren unter komplexeren Lebensbedingungen.


Ein Profi erholt sich nach dem Training.Ein Age-Grouper hat danach:

  • Deadlines

  • Kinder

  • Meetings

  • Haushalt

  • soziale Verpflichtungen


Das heißt:

➡️ Die Erholungsfähigkeit von Age-Groupern wird nicht im Training entschieden, sondern im Alltag.



🏋️ 3. Der unterschätzte Faktor: Soziale Kohärenz

Studien zur Stresspsychologie zeigen:

soziale Unterstützung + wahrgenommene Handlungskontrolle = höchste Prädiktoren für Belastbarkeit.


Wer Familie/Partner/Freunde im Boot hat, hält sein Training stabiler durch.

Wer „heimlich trainiert“, rutscht schneller in Stress- oder Schuldspiralen.


Abbildung 2: Belastungsprofil eines Age-Group-Athleten, Physische und mentale Belastungsfaktoren im Überblick (schematische Darstellung als Beispiel), eigene Darstellung.
Abbildung 2: Belastungsprofil eines Age-Group-Athleten, Physische und mentale Belastungsfaktoren im Überblick (schematische Darstellung als Beispiel), eigene Darstellung.

2️⃣ Was Age-Grouper wirklich herausfordert – aus Coachsicht


💼 Beruf

  • hohe geistige Belastung senkt Trainingsverträglichkeit

  • wenig planbare Tage erschweren Kontinuität

  • Müdigkeit wird oft ignoriert („Kaffee regelt schon…“)


🏡 Familie

  • Zeitfenster sind klein

  • emotionale Last wirkt stärker als körperliche

  • schlechtes Gewissen gegenüber Partner/Kinder ist extrem häufig


🧑‍🤝‍🧑 Soziale Kontakte

  • Freunde verstehen oft nicht, warum man „freiwillig so viel trainiert“

  • Age-Grouper fühlen sich zwischen zwei Welten


🏃‍♂️ Training

  • 6–15 Stunden pro Woche klingen wenig,

  • aber: Sie sind enorm schwer zu platzieren.

Das Problem ist selten: „Ich habe nicht genug Zeit.“Das eigentliche Problem lautet:

➡️ „Meine Zeit hat zu viele Besitzer.“



3️⃣ Was sagt die Praxis über erfolgreiche Age-Grouper?


Ich begleite seit vielen Jahren Athlet:innen aller Leistungsstufen.

Und ich kann deutlich sagen:


Die erfolgreichsten Age-Grouper sind NICHT die mit:

❌ dem größten Talent

❌ den besten Wattwerten

❌ der härtesten Einheit am Dienstagmorgen


Sondern die, die:

✔ klare Absprachen im familiären System haben

✔ ihr Training systematisch priorisieren, anstatt alles zu machen

✔ gelernt haben, auf ihren Körper zu hören

✔ Pausen bewusst setzen

✔ emotionale Selbstfürsorge aktiv pflegen


Kurz:

Sie sind Meister der Selbstorganisation UND der Selbstbeziehung.

Dort kommt psychologisches Coaching ins Spiel.



4️⃣ Wie hypnosystemisches & lösungsfokussiertes Coaching Age-Grouper stärkt


🌿 Hypnosystemisches Arbeiten

Der Ansatz hilft dabei,…

  • innere Stressmuster zu erkennen

  • automatische „Ich muss das schaffen!“-Programme zu beruhigen

  • Ambivalenzen (Sport vs. Familie) zu integrieren

  • neuronale Ressourcen für Erholung wieder freizulegen

  • Flow-Zustände leichter zu aktivieren


Es geht nicht darum, „tiefer zu graben“, sondern darum, die vorhandenen Kompetenzen sichtbar und nutzbar zu machen.



🎯 Lösungsfokussiertes Arbeiten

Hier entsteht Klarheit:

  • Was funktioniert bereits?

  • Wo sind Ausnahmen vom Problem?

  • Was wäre die kleinste nächste Verbesserung?

  • Wie sieht ein gelungener Tag aus?

  • Welche Routinen können stabilisierend wirken?


Beides gemeinsam wirkt wie ein innerer Muskel:

➡️ Je ruhiger du wirst, desto stärker wirst du.



5️⃣ Konkrete praktische Strategien für Age-Grouper


🟢 Einsteiger:innen

  • 3–4 Einheiten pro Woche reichen

  • Fokus auf Freude, nicht Perfektion

  • 1 freier Tag pro Woche ohne Sport & ohne schlechtes Gewissen

  • echte Low-Intensity wird wichtiger als Intervalle


🟠 Ambitionierte Athlet:innen

  • 80/20-Prinzip einhalten

  • jede Woche einen „Familienanker“ installieren (Zeitfenster fix!)

  • „Minimum effective dose“ überlegen → weniger Einheiten, bessere Einheiten

  • 1–2 intensive Reize/Woche reichen


🔵 Profis (Age-Group-Elite)

  • Training systemisch planen: Beruf → Familie → Training → Erholung

  • mentale Erholung aktiv integrieren (Naps, Atemübungen, Mikro-Pausen)

  • Race-Week = Stimulus-Reduktion statt maximaler Fokus

  • psychologische Tools wie Imagery, Hypnosystemische Mini-Trancen nutzen



6️⃣ Die wichtigste Erkenntnis des gesamten Blogposts


Age-Grouper sind keine Athleten, die wenig Zeit haben.

Sie sind Athleten, die Verantwortung tragen.


Und genau deshalb verdienen sie Trainingskonzepte, die nicht nur körperlich funktionieren, sondern menschlich.



🌟 Schlussgedanke

Der Spagat zwischen Training, Beruf, Familie und sozialem Leben ist keine Schwäche –er ist ein Hochleistungsakt, der Respekt verdient.


Mit der richtigen Trainingssteuerung,

mit gutem mentalem Selbstmanagement

und mit individueller Begleitung

kann dieser Spagat nicht nur gelingen —

er kann erfüllend sein.



🤝 Wenn du diesen Weg nicht alleine gehen willst…


Bei aecaoaching begleite ich Age-Group-Athlet:innen genau in dieser Lebensrealität:

mit hypnosystemischem Coaching, lösungsfokussierten Tools und evidenzbasierter Ausdauertrainingssteuerung.


👉 Mehr Infos & Kontakt: aecoaching.at

 
 
 

Kommentare


bottom of page